Evangelische Kirchen
Unter der Leitung von Dekanin Renate Meixner umfasst der Evangelische Kirchenbezirk Weikersheim das Dekanatamt, zwei Pfarrämter, das evangelische Bezirkskantorat und das evangelische Jugendwerk Weikersheim.
Die Kirchengemeinde Weikersheim ist eine Verbundkirchengemeinde zwischen Weikersheim und Neubronn. Außerdem gibt es die Evangelische Kirchengemeinde Schäftersheim, Elpersheim, Nassau und Markelsheim. Diese wird von Pfarrer Horst Frithjof-Tschampel betreut.
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Stadtkirche St. Georg
In der Stadtkirche St. Georg, zentral auf dem Marktplatz, werden neben den regelmäßigen Gottesdiensten auch Konzerte abgehalten. Im imposanten Raum der Kirche versteckt sich allerlei Geschichte, die es zu entdecken gilt. Verschiedenste Epochen prägen durch die zahlreichen Renovierungen und Umbauten das Bild der Kirche. Besonders beeindruckend ist auch das Kinderepitaph des Enkelkindes des Stifters der Kirche. Liebevoll wird es das "Weikersheimer Prinzle" genannt.
Geschichte
Die Stadtkirche St. Georg in Weikersheim hat eine lange Geschichte, die bis in die Zeit vor 1419 zurückreicht. Ursprünglich befand sich die Kirche außerhalb der damaligen Stadtmauern. Aufgrund der unsicheren Lage, bedingt durch Fehden, Ritter und Kleinkriege, entschied man sich jedoch, die Kirche innerhalb der Stadtmauern neu zu errichten. Mit der Zustimmung des Würzburger Bischofs begann man 1419 mit dem Abtragen der alten Kirche und dem Wiederaufbau innerhalb der Stadtmauern.
Die Baukosten wurden von dem Grundherrn Conrad von Weinsberg und seiner Frau Anna, ursprünglich Gräfin von Hohenlohe-Weikersheim, übernommen. Zur Einsparung von Baumaterialien wurde ein Großteil der Steine der alten Kirche wiederverwendet, was bis heute im Langhaus der Stadtkirche sichtbar ist. Ein Rundbogenfries, das zwischen 1419 und 1425 entstand, zeugt von dieser frühen Bauphase.
Obwohl die finanziellen Mittel begrenzt waren, sollte die Kirche von besonderer Bedeutung sein. Die Bürgerschaft wurde zur Unterstützung des Baus aufgerufen und erhielt im Gegenzug Ablassversprechen. Neben der neuen Stadtkirche bestanden noch zwei kleinere Kapellen, eine nahe der ehemaligen Stadtmühle und eine weitere in der Nähe des heutigen Bahnhofs. Eine besondere Reliquie, die als Tropfen des Blutes Christi verehrt wurde, fand zunächst in der Kapelle nahe der ehemaligen Stadtmühle Platz, wurde jedoch aufgrund des begrenzten Raumes und der Hohen Zahl an Pilgern in die Stadtkirche verlegt.
1586 verlegte Graf Wolfgang Ernst von Hohenlohe seine Residenz nach Weikersheim und ließ die Kirche für die evangelische Nutzung umgestalten. Dabei wurden Emporen, eine Kanzel und ein Altartisch hinzugefügt, und der gotische Chor wurde zum Hochchor umgebaut. Eine umfassende Instandsetzung erfolgte im Jahr 1714. Hierbei erhielt die Stadtkirche neue Glocken, eine Uhr sowie eine neue Orgel der Weikersheimer Firma Laukhuff. 1934 folgte zum Anlass der 1.100 Jahrfeier der Stadt eine weitere Renovierung, bei der unter anderem ein Heizkeller eingebaut wurde.
Heute prägt die Stadtkirche St. Georg, gemeinsam mit dem Weikersheimer Schloss, das Stadtbild und ist ein wichtiges historisches Bauwerk, das an die lange religiöse und kulturelle Tradition Weikersheims erinnert.
Das "Weikersheimer Prinzle"
Das Kinderepitaph zeigt Herzog Heinz von Sachsen-Lauenburg, den Enkel des Stifters der Stadtkirche St. Georg. Sein Vater, Herzog Erich V von Sachsen-Lauenburg verstarb Ende 1435, worauf Heinz schon als Kind Herzog wurde. Jedoch nur von kurzer Dauer, denn bereits 1437 verstarb auch Heinz im Alter von sechs Jahren. In diesem Jahr wurde auch das Kinderepitaph gefertigt. Es gilt als eines der ältesten Kinderepitaphe aus dem Mittelalter. Die aus Blei gegossene lebensgroße Figur des kleinen Herzogs ruht auf einem Sockel aus Sandstein. Um das „Weikersheimer Prinzle“ sind die Wappen von Sachsen, Leiningen, Weinsberg und Braunschweig angebracht.
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